"Chill and Stay Alive Kibera" - Nairobi Kenia

19.6.2009 Aktuelle Entwicklungen im „Chill and Stay Alive“ Projekt in Kibera, Kenia

Vom 26.05.-30.05. hat die Vorstandsvorsitzende von CASA Kibera e.V., Katharina Földi, der Schneiderschule in Kibera einen Besuch abgestattet um sich einen Überblick über die aktuelle Lage des Projekts zu verschaffen und mit der Ausbilderin Fr. Omoga über die weitere Entwicklung und Perspektiven des Projekts zu sprechen.

Insgesamt hat der Besuch den positiven Eindruck, den wir stets von dem Projekt hatten, wieder einmal bestätigt. An dem Engagement und Enthusiasmus der Schülerinnen lässt sich erkennen, welchen wichtigen Beitrag die Unterstützung des Projekts durch CASA Kibera e.V. für die persönliche und berufliche Entwicklung der Schülerinnen leistet. Die Ausbilderin Fr. Omoga trägt hieran natürlich einen wesentlichen Anteil. Ihre solide Ausbildung ist der Garant dafür, dass fast alle Schülerinnen ihre jeweilige Zertifikats-Prüfungen mit Bravour bestehen (vergangenes Jahr hat ein einziges Mädchen ihre Prüfung leider nicht bestanden).

Darüber hinaus bietet das Projekt eine wichtige Anlaufstelle bzw. einen „sicheren Hafen“ für die jungen Schülerinnen, die ausnahmslos aus schwierigen familiären und sozialen Verhältnissen kommen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie positiv sich das Selbstbewusstsein der einzelnen Schülerinnen entwickelt, je länger sie ihrer Ausbildung nachgehen. Es befinden sich zur Zeit 20 Mädchen in der Ausbildung. Sieben von ihnen wurden gerade beim zuständigen kenianischen Ministerium für die Prüfungen der Stufen 2 bzw. 1 (letztes Zertifikat) angemeldet. Die nächste Registrierung für die Prüfungen der Stufe 3 (erstes Zertifikat), welche im Dezember statt findet, wird voraussichtlich Ende Juli erfolgen.

Seit Beginn des Jahres sind einige Schülerinnen aus erfreulichen Gründen aus dem Projekt ausgeschieden. Drei der Mädchen wurden von einer Textilfirma in Nairobi „abgeworben“ (Kenya Textile Millers). Sarah Mmbone und Lilian Atieno, welche beide jeweils eine zeitlang vom Inner-Wheel Club Leverkusen-Dormagen (IWC) unterstützt wurden, haben das Projekt ebenfalls verlassen. Beide waren nach erfolgreicher Beendigung ihrer Ausbildung zunächst einige Zeit in der Schneiderschule verblieben, um die Ausbilderin bei der Ausrichtung des Unterrichts und dem Management des Projekts zu unterstützen. Zunächst Sarah und nun auch Lilian sind mittlerweile in ihre Heimatstadt Kisumu zurück gekehrt um sich dort um ihre kleineren Geschwister zu kümmern, da die Eltern jeweils verstorben sind.

Sowohl Sarah als auch Lilian haben mit Hilfe ihres staatlich Schneider-Zertifikats bereits eine Arbeit gefunden. Sarah hat sich inzwischen mit einem kleinen Stoff- und Nähladen selbstständig gemacht, Lilian hat eine Anstellung in einer kleinen Textilfirma gefunden und schneidert nun Kleider für Kunden/-innen aus Kisumu und der Umgebung.

Wir gratulieren den ehemaligen Schülerinnen zu diesem persönlichen Erfolg und wünschen ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg alles Gute!

Seit einiger Zeit setzen wir uns dafür ein, dass die Schneiderschule einen weiteren Raum erhält, um adäquat Platz für die steigende Anzahl an Schülerinnen und Nähmaschinen zu bieten. Dies ist in einem dicht besiedelten Slum wie Kibera nicht einfach, zumal die Unruhen und Zerstörungen zu Beginn letzten Jahres (um die kenianischen Wahlen herum) die Aussichten auf einen weiteren Raum zunächst verschlechtert hatten.

Nun ist es jedoch gelungen, einen weiteren (angrenzenden) Raum zu erhalten und umfangreiche Bauarbeiten stehen bevor. Um beide Räume zu einem großen Unterrichtsraum zu vereinigen, muss eine Wand eingerissen und der Boden erneuert werden. Zudem müssen weitere Stühle und Tische angeschafft werden – bisher teilen sich bis zu 3 Schülerinnen einen Tisch bzw. eine Nähmaschine. Die Bauarbeiten werden zeitnah in die Wege geleitet werden, damit die Schülerinnen möglichst bald von einem größeren Raum profitieren können.

Der Besuch der Schneiderschule in Kibera hat uns erneut gezeigt, wie wichtig unser bescheidener Beitrag sein kann und wie er den Lebensweg der einzelnen Schülerinnen unterstützen und positiv beeinflussen kann.

Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit bei unseren Spendern und Förderern im Namen der Ausbilderin Fr. Omoga, der Schülerinnen der Schneiderschule und der Mitglieder von CASA Kibera e.V. für Ihr Vertrauen in uns und Ihre bisherige Unterstützung bedanken!

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