"Chill and Stay Alive Kibera" - Nairobi Kenia


März 2007 - Besuch von Modedesignstudenten aus Mailand
2. Teil

Alle Fotos: Davide Farabegoli

Die 10 Tage in Nairobi vergingen dann auch wie im Fluge. Unter der Begleitung von Martin Dirr von CASA-Kibera besuchten und dokumentierte die Gruppe unzählige kleinere und grössere Seconhand-Märkte sowie Textilfabriken und setzte sich intensiv mit der Slumproblematik in Nairobi auseinander.

Impressionen aus Kibera
Davide Farabegoli  CASA-Kibera Nairobi Kibera
Davide Farabegoli  CASA-Kibera Nairobi Kibera
Davide Farabegoli  CASA-Kibera Nairobi Kibera

Höhepunkte des Aufenthalts waren sicher die Besuche in Kibera und der „Chill And Stay Alive“ Gruppe sowie die zwei gemeinsam organisierten Workshops mit den Schülerinnen der Gruppe in deren Lehrraum in Kibera. Die „Rundgänge“ durch Kibera waren für alle Beteiligten ein schockierendes Erlebnis. Die allgegenwärtige Armut und die menschenunwürdigen Lebensbedingungen in denen allein in Nairobi rund 2 Millionen Menschen ihr Dasein fristen hinterließ bei allen Bteiligten ein bedrückendes Gefühl.Umso mehr beeindruckt jedoch waren die Besucher dann bei dem anschliessenden Besuch bei der Schneiderinnen Schule

Freundlich empfingen uns die Lehrerin Gaudensiah und 7 ihrer Schülerinnen vor deren kleinen "Werkstatt". Beeindruckt von der Dynamik, der Hoffnung und dem Willen die eigene Lebenssituation aktiv zu verbessern den die Schülerinnen und allen voran die Ausbilderin Gaudensiah ausstrahlten, lernte unsere Gruppe dann auch diese andere Seite der Slums und ihrer Bewohner kennen. Nach einem Tag gegenseitigen Kennenlernens wurden 2 Termine für gemeinsame Workshops vereinbart.
Davide Farabegoli  CASA-Kibera Nairobi Kibera

Bevor diese Workshops angegangen werden konnten musste noch ein Misstand behoben werden: Obwohl die Gruppe über ausreichend und gute Nähmaschinen verfügte fehlte bis dato eine so genannte „Overlock“-Maschine welche jedoch unabdingbar für die Herstellung von robuster und hochwertigerer Kleidungsstücken ist. Gemeinsam mit CASA-Kibera ermöglichten die Modedesignstudenten den Kauf einer solchen Maschine für die Gruppe, eine Entscheidung die im späteren Verlauf keiner bereuen sollte.

Davide Farabegoli  CASA-Kibera Nairobi Kibera
Die folgenden zwei jeweils ganztägig durchgeführten Workshops waren für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Hoch motiviert folgten die Schülerinnen den Erklärungen der beiden Modedesignern. Es wurde gezeichnet, geschnitten, genäht und auch die neue Overlock-Maschine bewies warum sie für das fertigen von Kleidungsstücken unersetzlich ist. Am Ende der Workshops hatte jede der 7 teilnehmenden Schülerinnen ein eigenes Kleidungsstück mit den beiden Modedesignern entworfen und selber geschneidert. Hierbei beeindruckten die Schülerinnen sowohl durch ihre schnelle Auffassungsgabe als auch ihre bemerkenswerten Schneiderfähigkeiten, ein Indiz, dass die Schule und insbesondere die Ausbilderin Gaudensiah einen sehr guten Job vollbringen.

Erste Schritte mit der neuen "Overlock-Machine"
"Teamwork": Lilian und Linda kontrolieren
gemeinsam die Naht
Davide Farabegoli  CASA-Kibera Nairobi Kibera
Davide Farabegoli  CASA-Kibera Nairobi Kibera

Der Höhepunkt der Workshops war sicherlich der abschließende „Catwalk“ mit Fotoshooting.
Stolz auf ihre Leistungen posierten die Schülerinnen für den Fotographen in ihren selbst gefertigten Kleidungsstücken.

Abschliessendes Schaulaufen mit den neuen, selber geschneiderten KleidernDavide Farabegoli  CASA-Kibera Nairobi Kibera

Insgesamt war es für beide Seiten eine lehrreiche und wertvolle Zeit. Die Erlebnisse und gesammelten Erfahrungen waren sicherlich einzigartig für die zwei Modedesigner und den Fotografen und auf persönlicher Ebene von hoher Bedeutung. Zudem konnten sie wertvollen Input und Materialien für ihre Arbeit in Mailand sammeln. Die Schülerinnen von „Chill And Stay Alive“ lernten dabei viel über die Kunst des Modedesigns und die Möglichkeiten aus begrenzten Mitteln modische Kleidungsstücke anzufertigen. Ebenso wichtig wie das Erlernen dieser Fähigkeiten, sind jedoch die erzeugte Motivation und der Stolz auf die eigenen Leistungen zu bewerten. Die Konzentration der Mädchen mit denen sie den Erklärungen der beiden Designer folgten und ihr selbstbewusstes und stolzes Auftreten beim finalen Fotoshooting sind schwer in Worten zu beschreiben.


Bleibt zu hoffen, dass diese Motivation auf beiden Seiten aufrechterhalten werden kann, dass die Zusammenarbeit zwischen den Modedesignern und der Schneiderinnen Schule auch in Zukunft bestand zeigt und die gesetzten Projektziele erreicht werden können.
CASA-Kibera e.V. möchte sich hiermit ganz herzlich bei Philippe, Linda und Davide für ihr Engagement und ihren freundlichen und sympathischen Umgang mit den Schülerinnen der „Chill And Stay Alive Group“ bedanken. Wir wünschen den beiden jungen Designern viel Erfolg mit ihrer Kollektion in Mailand und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!

Martin Dirr

www.stayalivekibera.org